Couperin le Grand

Samstag, 25. Juni 2011 - 19:30 Uhr

Couperin le Grand

Clemencic Consort:

Cornelia Horak – Sopran
Krisztina Jónás –  Sopran
Hiro Kurosaki –  1. Barockvioline
István Kertész –  2. Barockvioline
Christoph Urbanetz –  Viola da Gamba
Hubert Hoffmann – Theorbe
René Clemencic – Leitung, Cembalo, Orgelpositiv

Unter Ludwig XIV. wird Frankreich für einige Zeit politisches, kulturelles und gesellschaftliches Zentrum Europas. Die französische Sprache wird zum Idiom der Gebildeten, französische Sitte und Lebensart werden zur gesellschaftlichen Norm erhoben, der Hof von Versailles wird zum eifrig nachgeahmten Vorbild aller größeren und kleineren Herrscher.

Die Spuren davon sind bis zum heutigen Tag zu verfolgen. Französisch zu sprechen gehört immer noch „zum guten Ton“, gewisse Dinge können auch innerhalb der Muttersprache nur durch ein französisches Vokabel adäquat wiedergegeben werden, französische Mode und Eleganz haben als Vorbilder noch nicht allen Glanz verloren. Die einzigartige Verbindung von Anstand und Ausdruck, Geist und Gefühl, Klarheit und Anmut ist auch weitgehend ein Kennzeichen französischer Musik des Barock.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gelingt es dem französischen Stil, sich dem bisher in der Musik allmächtigen italienischen an die Seite zu stellen. Im 18. Jahrhundert stehen dann sogar beide gleichberechtigt nebeneinander. Der Stil erstreckt sich aber nicht nur auf die Komposition, sondern auch auf die Musizierpraxis – italienisches und französisches Lebensgefühl, wie sie durch Musik zum Tönen kommen.

Italienisch – „tiefsinnig, prächtig, singend, ernsthaft, versetzt auf angenehme Art von einer Leidenschaft in die andere“
Französisch – „scherzend, tändelnd, mehr sprechend als singend, divertierend, zärtlich“

Freilich sind das Verallgemeinerungen, die im Genialen zeitweise aufgehoben werden, und schon sehr früh kommt es zu mannigfachen Verbindungen der Stile. Um eine solche Verbindung der scheinbar so gegensätzlichen Stile hat sich sein Leben lang der geniale François Couperin, ein Bewunderer Corellis, bemüht.