2016

Samstag, 18. Juni 2016 - 19:30 Uhr

Bach Plucked Unplucked

Violaine Cochard – Cembalo
Edouard Ferlet – Klavier

So wie ein Lied aus der Kindheit ist Bach Plucked Unplucked der Zauberspruch zur Schaffung eines Feldes vielseitiger Freiheit, wo sich Edouard Ferlet und Violaine Cochard treffen, zwischen Cembalo und Klavier, zwischen den Wörtern, zwischen den Saiten.

Er ist Jazzpianist und Komponist, vertraut mit Improvisation; sie ist ist Cembalistin, mit umfassenden Kenntnissen des Barockrepertoires. Beide sind von Natur aus neugierig, reich an Wissen über das Repertoire und die Kultur ihres Instrumentes, mit einer Vorliebe für Seitenwege.

Die seltene Mischung dieser zwei Instrumente – gezupfte Saiten und geschlagene Saiten – hat die beiden Musiker zu einem einzigartigen musikalischen Experiment inspiriert, in dem die Improvisation und die Musik von Bach sich mit den Kompositionen von Edouard Ferlet vermischen.

Wie ein Dialog im Zeichen wechselseitigen Verständnisses entworfen, wo das Spiel und das Teilen die Hauptrolle haben, öffnet uns diese zweistimmige Invention, die gleichzeitig das eigene Instrument und im Mithören das des anderen verinnerlicht, eine ganz neue und faszinierende klangliche Welt.

Jahr: 

Johannes Hiemetsberger

Musik ist nie. 

Entweder sie war, oder man sehnt sich nach ihr.

Auch ein Ensemble ist nie. Denn: es wird. Immer.
Wie, das ist – auch – meine Sache.

Und: Dirigieren heißt Musik auslösen,
Menschen zünden, die innerlich brennen –
dabei habe ich gerne meine Hände im Spiel.

Johannes Hiemetsberger stammt aus Kaltenberg/Oberösterreich und ist Gründer und künstlerischer Leiter des Chorus sine nomine sowie des Vokalsolistenensembles Company of Music (www.companyofmusic.at).

Michael Krenn

Er wurde in Kittsee/Burgenland geboren. Nachdem er vier Jahre lang an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Konzertfach und IGP studierte, setzt er seit 2008 das Masterstudium an der Musik- und Kunst-Privatuniversität der Stadt Wien in der Klasse von Lars Mlekusch fort. Er spielte mit renommierten Ensembles wie dem Klangforum Wien oder dem Österreichischen Ensemble für Neue Musik. Zudem ist er Gründungsmitglied des Mobilis-Saxophonquartetts.

Samstag, 25. Juni 2016 - 19:30 Uhr

Miserere

Chorus sine nomine
Martina Daxböck – Sopran
Marie-Antoinette Stabentheiner – Sopran
Sonja Fitzal – Alt
Malte Puls – Bass
Michael Krenn – Sopransaxophon
Johannes Hiemetsberger – Leitung

Gregorio Allegris sagenumwobenes „Miserere“, das Mozart in der Sixtinischen Kapelle gehört und anschließend aus dem Gedächtnis aufgeschrieben haben soll, breitet in dieser improvisatorischen Fassung für Saxophon und Chor einen meditativen sphärischen Klangteppich aus.

Vladimir Ivanoff, der bulgarische Meister interkultureller musikalischer Begegnungen, hat Allegris Komposition bearbeitet: für drei Chöre und Sopransaxophon. Diese Bearbeitung steht im Spannungsfeld christlicher, islamischer und jüdischer Traditionen über die Jahrtausende hinweg. Ivanoff ging es nie um ein exotisches Spektakel für den gebildeten Voyeur, sondern stets um die subtile Verschmelzung und Kontrastierung der Stile, um die Entgrenzung des Überlieferten, um den magischen Zeitsprung.

Dieses meditative Programm des Chorus sine nomine entfaltet sich im Raum. Saxophonist Michael Krenn schreitet spielend durch die Kirche, der Klang des Solisten-Quartetts legt sich von der Empore aus auf den Kirchenraum und wechselt sich mit dem sichtbaren Hauptchor ab – auf diese Weise wird das Publikum von allen Seiten erreicht und so dürfen sich auch innere Räume öffnen.

   

Jahr: 
Freitag, 24. Juni 2016 - 19:30 Uhr

Music for a while

Dominique Visse – Kontratenor und Bassgitarre
Bruno Helstroffer – Elektro-Theorbe
Jean-Louis Matinier – Akkordeon

Wenn drei Weltrang-Musiker – einer der gefragtesten und charismatischsten Countertenöre, einer der führenden zeitgenössischen Akkordeonspieler und einer der talentiertesten Theorbisten der Szene – aufeinandertreffen, verspricht das einen unvergesslichen Abend! Der charismatische Dominique Visse, als Renaissance- und Barockspezialist sowie als Gründer und Leiter des Ensemble Clément Janequin weltbekannt, dann der in Jazz und Weltmusik beheimatete Jean-Louis Matinier, der CDs u. a. mit Renaud Garcia-Fons, Louis Sclavis, Gianluigi Trovesi, Michel Godard und Anouar Brahem aufgenommen hat, und Bruno Helstroffer, der 2015 am Monteverdi-Eröffnungskonzert des Barockfestivals mitgewirkt hat und dieses Jahr E-Theorbe (!) spielen wird: Die drei experimentierfreudigen Kollegen stürzen sich gemeinsam ins Abenteuer, und die unerwartete Besetzung verheißt elektrisierende Klänge.

Jahr: 
Donnerstag, 23. Juni 2016 - 19:30 Uhr

Rom 1640–Paris 2016

Bruno Helstroffer – Theorbe

Johann(es) Hieronymus (von) Kapsberger (auch: Giovanni Girolamo oder Giovanni Geronimo Kapsberger; geboren um 1580 in Venedig; begraben 17. Januar 1651 in Rom), Sohn eines deutschen Adeligen (und einer mutmaßlich italienischen Mutter), wurde als talentierter Virtuose auf der Laute und dem unlängst erfundenen Chitarrone oder der Theorbe offenbar schnell bekannt.

Er schuf Werke für verschiedenste Besetzungen, darunter Solowerke für Laute, Sinfonien und Arien, aber auch geistliche Vokalwerke wie Messen und Oratorien oder eine Vertonung von Gedichten von Papst Urban VIII. Bei den Zeitgenossen stand er als Komponist in hohem Ansehen und wurde mit Claudio Monteverdi verglichen. Kapsbergers zahlreiche Werke für Laute (4 Bände) und Chitarrone (6 Bände) existieren nur in Handschriften und blieben großenteils bis heute ungedruckt.

Wer wenn nicht ein Ausnahme-Theorbist vom Format eines Bruno Helstroffer sollte sich des Œuvres des unterschätzten Ausnahme-Komponisten annehmen? Der vielseitig orientierte Musiker und Komponist Helstroffer schlägt mühelos den Bogen von alter zu zeitgenössischer Musik, von Barock zu Pop und Jazz. Der bei den bekanntesten Barock- und Kammerensembles gefragte Künstler hat über 30 teils mit Auszeichnungen überhäufte CDs eingespielt. Er ist nicht zum ersten Mal Gast des Barockfestivals St. Pölten: Erst letztes Jahr wirkte er im Eröffnungskonzert an der Aufführung von Monteverdis „A Trace of Grace“ unter Michel Godard mit. Im Programm von 2016 spielt er Kompositionen von Kapsberger und aus eigener Feder.

Jahr: 
Freitag, 17. Juni 2016 - 12:00 Uhr

Orgel plus Holland

Jan van de Laar – Orgel

in Kooperation mit >>Orgel Plus<<

Die Vielfalt an Stilen und deren Beherrschung ist bei keinem anderen Komponisten so stark vertreten als bei Bach: In seiner Instrumentalmusik und in seinem vokalen Schaffen erkennt man immer wieder die Synthesen, die auf souveräne Art und Weise die Ausführenden wie die Zuhörer zur großer Bewunderung hinreißen.
Auch für die Orgel hat Bach eine Vielfalt an Stilen hinterlassen; man wundert sich jedes Mal wieder, wie er auch die Orgel in seine Kompositionen nahtlos mit einbezogen hat. Das heutige Programm möchte das musikalisch hervorstreichen.

Wir dürfen immer wieder staunen über Bach. Staunen dürfen wir aber auch über den Komponisten und Menschen Robert Schumann. Während seines ganzen Lebens suchte Schumann nach Musik der Vergangenheit, vor allem jener von J. S. Bach. Studierend und spielend, zusammen mit seiner Frau Clara oder alleine, betrachtete Schumann Bach als seinen Dozenten. 
Schumanns Genialität, zusammengefasst in eine Ehrung des großen Bach, bringt jeden – auch jetzt noch – zum Staunen.

Jahr: 
Mittwoch, 15. Juni 2016 - 10:30 Uhr

Le Roi danse

Les Paladins
Juliette Roumailhac – Violine
Catherine Plattner – Violine
Ellie Nimeroski – Alt
Nicolas Crnjanski – Violoncello
Jérôme Correas – Leitung

Im Jahr 1760 komponierte Jean-Philippe Rameau „Les Paladins“, das allerletzte Meisterwerk des französisches Barock, das im Geiste der Fantasie und der Vorstellungswelt geschrieben ist. In diesem Sinn hat Jérôme Correas 2001 sein Vokal- und Instrumentalensemble gegründet, das sich vor allem dem dramatischen italienischen und französischen Repertoire des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts widmet.

Les Paladins tritt regelmäßig in den USA (Getty Center in Los Angeles, Washington, San José, San Fransisco …), in England (Wigmore Hall), in Belgien (Palais des Beaux-Arts de Bruxelles), in Holland (Utrecht Festival), in Deutschland (Potsdamer Festival), in der Schweiz (Opern von Lausanne), in Italien (Rom, Turin, Siena, Brescia), in Schweden (Stockholm Festival) und in der Tschechischen Republik auf.

Les Paladins sind auch Gast am Théâtre des Champs-Élysées, am Théâtre du Châtelet, an der Pariser Philharmonie, an der Oper in Montpellier, bei den Festivals von Ambronnay, la Chaise-Dieu, Noirlac, Sully, Toulouse, Ribeauvillé, Saintes, Namur und an der Nationalbibliothek, mit der sie eine langfristige Kooperation rund um unveröffentlichte Partituren pflegen.

Les Paladins arbeiten an vielen interdisziplinären Projekten und erstellen Verknüpfungen mit anderen Kunstsparten: Zirkus, Theater, Tanz. Sie legen auch Wert drauf, ihre Kunst für ein breites Publikum verständlich zu machen, indem sie zum Beispiel Workshops für Schulen, Konservatorien, aber auch im Rahmen von Masterclasses für zukünftige professionelle junge Sänger veranstalten.

Im Jahr 2012 erschien die Aufnahme „ Le Triomphe de l’Amour“, ein Rezital rund um die französische Barockmusik mit der Sopranistin Sandrine Piau.

Jahr: 
Donnerstag, 16. Juni 2016 - 19:30 Uhr

Die vier Jahreszeiten

Les Paladins
Silvia de Maria – Viola da Gamba
Valérie Gabail – Sopran
Salomé Haller – Sopran
Jérôme Correas – Cembalo und Leitung

Zwei Sopranstimmen, die, durch die vier Jahreszeiten, die mystische Verbindung zwischen menschlichem Geist und Christus feiern. Ein profanes Werk basiert auf sakralen Themen, diese vier Motetten überwältigen vor Virtuosität. Ornamente und theatralische Effekte unterstreichen die Grazie der weiblichen Stimmen. Es geht um Blumen, Obst, Tauben, Schafe, Wind, Regen, Sonne und vor allem um mystische und leidenschaftliche Liebe. Komponiert im Jahr 1685 für eine Gemeinschaft von Zisterzienser-Nonnen, strahlen diese vier Jahreszeiten eine außergewöhnliche kommunikative Freude aus. Sakralmusik war noch nie so von Triumph und Poetik geprägt. Wie Vivaldi es später mit der Violine machte, untersucht hier Charpentier alle möglichen Farb- und Schattenregister der Stimme: französisches expressives Barock mit einer Spur Licht aus Italien.

Jahr: 
Samstag, 11. Juni 2016 - 19:30 Uhr

Time stands still

Die Zeit, die still steht, der Augenblick, der ewig währt, der Moment, der sich aus dem zeitlichen Kontext löst und sich unendlich um sich selbst zu drehen scheint – um all dies auszudrücken, gibt es in der Musik die mannigfachsten Formen:

Die Cantus-Firmus-Kompositionen des 15. und 16. Jahrhunderts – allen voran das englische In Nomine – sind ein schönes Beispiel unendlichen, der Zeit entrückten Dahinfließens.
Und natürlich die Ciacona und die Passacaglia, die uns durch das ständige Wiederholen der immer gleichen Akkorde in einen traumhaften Zustand versetzen. Wir sind der Zeit entrückt und haben das Gefühl, es könnte ewig so weiterfließen.

In der Besetzung von Viola-da-Gamba-Consort, Laute und Tenor hat Private Musicke ein Programm zusammengestellt, das von In-Nomine-Kompositionen und Consortsongs der englischen Komponisten des frühen 17. Jahrhunderts – Byrd, Dowland, Ferrabosco, Gibbons und anderen – bis zu den französischen Airs de Cour eines Guedron oder de la Barre reicht.

Jahr: