2015

Samstag, 20. Juni 2015 - 19:30 Uhr

Cipriano, der Humanist

Programm: 

Die Rettung von Cipriano de Rore (1515–1565)
Cipriano, der Humanist

1. Werke über klassische Texte:

O socii neque enim à 5 (Text: Vergilius) / O fortuna potens à 5 (Text: Vergilius) / Dissimulare etiam sperasti à 5, 6 & 7 (Text: Vergilius)

2. Kompositionen für Mäzene:

Quis tuos presul à 6 (für Kardinal Cristoforo Madruzzo) / Itala quai cecidit à 5 (für Guidobaldo II della Rovere) / Sanctus & Agnus Dei van de mis „Doulce memoire“ à 5 (Ehrbezeugung für den Kollegen Pierre Sandrin)

Pause

3. Cipriano, der Poet:

Amour me faict à 5 / Datemi Pace à 4 (Text: Petrarca) / Mon petit cœur à 8

4. Werke für spezielle Anlässe:

Donec gratus eram tibi à 8, tekst: Horatius (für Albrecht II von Bayern) / Vieni, dolce Himeneo à 5 (anlässlich der Heirat van Alessandro Farnese en Maria van Portugal) / Agnus Dei uit de Missa „Praeter Rerum seriem“ à 7 (geschrieben für den Herzog von Ferrara, Ercole II d’Este).

Anlässlich des 500. Geburtstags plant das Huelgas Ensemble eine Hommage für Cipriano de Rore, den vielleicht größten flämischen Komponisten der Renaissance.

De Rore, geboren in Ronse, war die zentrale Figur bei der Entwicklung eines Kompositionsstils, der alles in den Dienst einer humanistischen Textausdeutung stellte – und das bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Kein Wunder, dass kein Geringerer als Claudio Monteverdi De Rore in seinen Briefen als sein Vorbild bezeichnet. Die ganz Großen der Spätrenaissance und des Frühbarock – Vecchi, Monteverdi, Zarlino, De Wert –, sie alle haben De Rore als Beispiel vor Augen. Komponisten wie Alessandro Romano (im Jahr 1565) und Barnaba Cerbo (1574) gaben ihren Madrigalsammlungen den Untertitel „Ad imitatione di Cipriano“.

Wenn ein Werkkatalog das Prädikat „Renaissance“ zur Gänze verdient, dann ist es sicher das Œuvre von Cipriano de Rore. Sowohl seine Kenntnis der antiken Kunst und Literatur als auch seine oftmals eigenwilligen, Aufsehen erregenden und bahnbrechenden Kompositionen sowie der zeremonielle Duktus vieler Werke machen De Rore zum musikalischen Erasmus des 16. Jahrhunderts. Cipriano gab den Sängern des 16. Jahrhunderts einen neuen Auftrag: ein tief greifendes Nachvollziehen und Sich-Einfühlen in die Texte – ob es nun es in lateinischer, italienischer oder französischer Sprache war.

 

Jahr: 
Freitag, 19. Juni 2015 - 19:30 Uhr

Von Engeln und Teufeln

Christoph Urbanetz – Viola da gamba
Maja Mijatović – Cembalo

Programm: 

Werke von Marin Marais und Antoine Forqueray

L’ange et le diable – ein musikalischer Wettstreit der Temperamente

Ende des 17. Jahrhunderts galt Antoine Forqueray neben Marin Marais als der größte Gambenvirtuose seiner Zeit. Beide waren Kammerdiener am Hofe Ludwigs XIV. und doch in ihrem Charakter gegensätzlich.

Hubert le Blanc brachte es auf den Punkt:
Marais habe gespielt wie ein Engel und Forqueray wie ein Teufel.

Das Publikum erwartet ein dramatischer Abend, an dem die spektakulären, von italienischen Geigenvirtuosen inspirierten Werke des genialen „diable de la viole“ mit den himmlisch graziösen „Pièces“ von Marais aufeinandertreffen.

 

Jahr: 
Donnerstag, 18. Juni 2015 - 19:30 Uhr

Lärmende Lustbarkeit

WoodAir Quartett

Anna Lang – Violoncello
Alois Eberl – Fisarmonica/Trombone
Walter Singer – Basso Continuo
Robert Kainar – Percussion

La Folia – „lärmende Lustbarkeit und übermütige Ausgelassenheit“ verspricht das WoodAir Quartett.

La Folia – eine Musik und Tanzform der Renaissance und Barockzeit wird in das 21. Jahrhundert gehoben.

Es erklingen virtuose Werke des 17. und 18. Jahrhunderts von D. Ortiz, A. M. y Coll oder M. Marais sowie Eigen­kompositionen und Improvisationen, welche die Charakterzüge und das Satzmodell der Folia verarbeiten.

Aber Vorsicht!

Wegen seines ungezügelten Charakters soll der Foliatanz in seiner Frühzeit immer wieder verboten worden sein. Johann Mattheson: Der vollkommene Kapellmeister (Hamburg 1739):

„… die bekannten Folies d’Espagne, sie sind aber nichts weniger, als Torheiten, im Ernst gesagt.“

Das WoodAir Quartett hat es sich unter anderem zur Tradition gemacht, in den Konzertprogrammen Kompositionen vergangener Epochen mit Werken aus eigener Feder und Improvisation zu verbinden. Zu hören war dies bereits in dem Projekt: Per Ballare mit dem Schwerpunkt italienischer Barockmusik von A. Vivaldi, G. Frescobaldi oder L. Boccherini.

Jahr: 
Sonntag, 14. Juni 2015 - 19:30 Uhr

Purcell, Bach und Charpentier

Barbara Zidar-Willinger & Regine Gansberger Sartori – Sopran
Jakob Huppmann – Alt
Christina Eder – Alt
Clemens Kerschbaumer – Tenor
Gebhard Heegmann – Bass
Domchor & Domorchester auf Originalinstrumenten
Dario Luisi – Konzertmeister
Ludwig Lusser – Orgel
Otto Kargl Leitung

 

Henry Purcell:  Ode for St. Cecilia’s day (1683)
Johann Sebastian Bach:
Der Gerechte kommt nun
Toccata und Fuge C-Dur 
Marc-Antoine Charpentier: Te Deum


Noch lange vor dem großen „Alte Musik-Boom“ war Charpentiers „Te Deum“ der erste große moderne „Barock-Hit“. Der Sonnenkönig Ludwig XIV. schätzte seine Musik so außerordentlich, dass Charpentier eine lebenslange Rente bezog. Wie wenige andere Komponisten seiner Zeit gelingt es ihm, die irdische Realität des Himmels wie die Architektur oder die Bildende Kunst, nachzuahman.

Ein Zuhörer im Salzburger Dom schreibt: „Danach habens das Te Deum gehalten, bey wellichen auf allen kören mit allerley Mussigen, Östrermendten, Orgeln und singen so zielich und lustig aufgemacht worden ist, daß ich schier vermaindt, es kunnt im Himmel nit scheener oder lustiger seyn.“

Jahr: 
Samstag, 13. Juni 2015 - 19:30 Uhr

ToccaTram

Violaine Cochard – Cembalo

Tram des Balkans
Vincent Westphal – lyrics, clarinet
Vincent Gaffet – lyrics, accordion
Diego Meymarian – lyrics, violin
Sylvain Lacombe – double-bass
Mathieu Cervera – percussion

Violaine Cochard (Cembalo) und Tram des Balkans treffen für diese einzigartige Kreation aufeinander. ToccaTram ist ein Projekt mit originalen Kompositionen und sehr persönlichen Interpretationen von Barockwerken; es ist ein Dialog zwischen dem musikalischen Repertoire von vier Jahrhunderten, ein Spaziergang durch den gemeinsamen Nährboden veschiedener Stile, eine Reise durch Europa und seine Geschichte.

Tram des Balkans ist ein fünfköpfiges Ensemble aus Musikern und Sängern – mit einer unglaublich lebendigen Energie.
Violaine Cochard ist eine international sehr gefragte junge Cembalistin. Gemeinsam erfinden sie eine Musik die sich von alle  stilistischen Diskursen distanziert, um nur das Essenzielle zu erhalten: zusammen spielen.

 

Jahr: 
Freitag, 12. Juni 2015 - 19:30 Uhr

Tarantelle del Piacere

In Kooperation mit:
Concentus Moraviae

ACCORDONE

Guido Morini – Cembalo, Leitung
Marco Beasley – Stimme

Rossella Croce – Violine
Elisa Citterio – Violine
Fabio Accurso – Laute
Stefano Rocco – Gitarre
Franco Pavan – Theorbe
Vito De Lorenzi – Perkussion

 

Programm: 

Music in the streets of the Kingdom of Naples. The message of a world, handed down orally from father to son, the voice of the most authentic and secret folk traditions of Southern Italy: Song and sound as magic and medicine.

Anonimo

Sona a battenti

tradizionale pugliese

Anonimo

Como sencza la vita

su testo di Francesco Spinello (XV sec.)

Guido Morini (*1959)

La volumbrella

tarantella a 2 violini

Anonimo

Stornelli

su testi della tradizione pugliese

Anonimo

Tu bella ca lu tieni lu pettu tunnu

canto tradizionale pugliese

Anonimo/Guido Morini

Montemaranese

Canto tradizionale napoletano

Anonimo

Ninna nanna

canto tradizionale napoletano

Vito De Lorenzi

Tarantata

Improvvisazione al tamburo

Anonimo

Compendium tarantulae (strumentale)

Athanasius Kircher, Magnes sive De arte
magnetica, Colonia 1643

Anonimo

Fronni d’alia

canto tradizionale pugliese

Marco Beasley (1957)

Tarantella tripla

su frammenti della  tradizione napoletana

Anonimo

Sona Carmagnola

canto delle truppe del Cardinale Ruffo di Calabria,
1799

Traditionelle Musik aus Süditalien: Tarantellas, Tammarriatas und (natürlich) Liebeslieder, interpretiert von Marco Beasley und dem Ensemble Accordone.

Für jeden Musikliebhaber ist die Teilnahme an diesem Konzert ein Muss! Es geht aber um mehr: Das Konzert wird eine der letzten Möglichkeiten überhaupt sein, Marco Beasley mit Accordone zu hören. Verpassen Sie es nicht! Kein trauriger Abschied, vielmehr ein riesiges Dankeschön für 30 Jahre Musik.

Und es wird wie jedes Konzert mit Marco Beasley und Accordone sein: ein Fest für das Herz!

 

 

 

Jahr: 

Keyvan Chemirani

Keyvan Chemirani

Keyvan Chemirani wuchs in Manosque in Frankreich auf, wo er orientalische und mediterrane Musik lernte. Sein Vater und Meister, Djamchid Chemirani, gab das traditionelle Wissen an ihn weiter. Keyvan spielt Zarb, iranische Daf, Udu, Bendir und Riqq (Perkussionsinstrumente).

Mit seinem Vater und Meister Djamchid und seinem Bruder Bijane gründete er das Trio Chemirani, mit dem er überall auf der Welt spielt. Das Trio zeigt seinem Publikum die zahllosen Möglichkeiten der persischen Perkussion.

Montag, 8. Juni 2015 - 19:30 Uhr

Iranische Perkussion und Barocklaute

Thomas Dunford – Laute
Keyvan Chemirani – Zarb, Perkussion

Alte Musik trifft auf orientalische Tradition. Virtuosität und Improvisation, eine unglaubliche raffinierte Musik  entsteht unter den Händen von zwei außergewöhnlichen Künstlern!

 

Toccata

Die zwei Künstler sind aufgewachsen inmitten eines sehr akademischen und anspruchsvollen Repertoires: die alte Musik für Thomas, dessen Eltern prominente Gambisten sind, und die Wissenschaft der orientalischen Perkussion und Modalität für Keyvan, der bei seinem Vater und Lehrmeister Djamchid Chemirani studiert hat.

Fest verankert in ihrer jeweiligen Tradition empfanden Thomas und Keyvan schnell das Bedürfnis, ihre Welten miteinander zu konfrontieren – der Beginn zahlreicher Kooperationen. Kennen gelernt haben sie sich während der Premiere von „Il diluvio universale“ von Falvetti unter der Leitung von Léonardo García Alarćon in Ambronay. Sie treffen ganz natürlich aufeinander in der Art der Improvisation, der Freude am Teilen; der Mut, die Neugier, die Offenheit sind ihre musikalische Philosophie.

Themen aus dem alten Repertoire und persönliche Kompositionen geprägt von orientalischer Tradition ermöglichen den beiden Künstlern, die Tradition neu erklingen zu lassen: Der Tastsinn ist zart und raffiniert, maßvolle und tiefe Werke alternieren mit mitreißenden Höhenflügen – Virtuosität, Genuss, Frische und Improvisation.

Jahr: