Cappella Splendor Solis

Der Vorstoß in eine spannende Phase der Musik: Wir bringen den Manierismus zum Klingen, spüren seine Vielfalt auf, laufen mit seinen Koloraturen. Unter den interessanten Aspekten historischer Rekonstruktion fördern wir das Gefühl darin zutage, auf der Suche nach dem Höheren, das sich in dieser Kunst so vielfältig findet. Wir untersuchen längst vergessene Werke auf ihren Klang und stellen sie in den Kontext ihrer Zeit, um sowohl Wissen als auch die Musik zu teilen.

Drei junge Sänger und ein Tasteninstrument ermöglichen einen Einblick in die Vokalmusik des 16. und frühen 17. Jahrhunderts. Ensemble- und Solostücke werden in einen thematischen Rahmen gesetzt, den Prof. Josef Stolz zwischen den Fakten und Geschichten dieser Zeit aufbereitet. Kopien historischer Instrumente in originalen Stimmungen geben eine Idee von damaliger Aufführungspraxis, die Stimmen der Sänger nähern sich der manieristischen „Süße“.

Prof. Josef Stolz
Musikalische Leitung, Claviorganum

Il maestro di cappella – mit dem Charme eines Wieners und dem grimmigen Blick eines Musikdirektors ausgestattet, führt Josef Stolz als Experte für historische Tasteninstrumente und Musikgeschichte das Publikum an die spezielle musikalische Situation der Epoche um 1600 heran. Er ermöglicht durch die Bereitstellung seiner Instrumentensammlung das charakteristische Klangspektrum des Ensembles und reichert das Programm sowohl als Cembalo- und Orgelspieler als auch mit seinem Fachwissen an.

Kanako Hayashi
Sopran

Emotio – die Liebe, die Tugend, die Wut, die Freude, das Feuer: Als Quell der Empfindsamkeit in allen Spielarten strahlt die Begeisterung von Kanako Hayashi aus der manieristischen Musik. Mit zündenden Koloraturen führt sie ihren hellen Sopran von Zärtlichkeit zu gewaltiger Fülle. Die aus Nagano stammende Japanerin hat in Nagoya und Wien Musik studiert und gibt Konzerte in Europa und Japan.

Stefan Piewald
Countertenor, Altus

Chroma – eine Falsettstimme, die zwischen Einklängen mit der Sopranistin und Spaltklängen mit dem Bassbariton steht, als Mischwesen avantgardistischer musikalischer Bedingungen. Stefan Piewald sucht die Spitzfindigkeiten der Harmonie und tönt das zustande kommende Bild in der Mitte des tonalen Umfanges. Aufgewachsen als Sängerknabe im Stift Altenburg mit regelmäßigen Tourneen in die ganze Welt, hat er privat in Wien Musik studiert und steht organisatorisch hinter dem Ensemble.

Florian Michael Wolf
Bassbariton

Fides – die profunde Sicherheit, dass in der Tiefe noch etwas ist. Wie ein Fundament, über dem sich die Oberstimmen entfalten können, stellt Florian Michael Wolf mit seinem festen Bass sicher, dass alles am Boden bleibt. Dennoch kann er mit einer klaren Höhe Säulen bauen, die dem Anspruch der Vielseitigkeit dieser dreistimmigen Musik mehr als entsprechen. Von den Wiener Schubert-Sängerknaben an über ein Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) verfolgt er weitere musikalische Projekte mit reger Konzerttätigkeit.

Helmut Wiesinger
Regie, Schauspiel

Forma – Das Sichtbarmachen des Fühlbaren: es gilt die Musik, den Text, den dahinter stehenden Gedanken in Anschauliches zu verwandeln. Helmut Wiesinger setzt den Geist der Geschichte in Bewegung und Sprache um und vermittelt dem Publikum das Verständnis über das Geschehen in der Musik. Der gebürtige Linzer ist der Doyen des Landestheaters Niederösterreich und kann auf eine weitläufige Karriere als Schauspieler, Moderator und Autor mit in den deutschen Sprachraum übergreifenden Engagements auf der Bühne und im Film blicken.

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