Skip Sempé

Skip Sempé, virtuoser Cembalospieler und Gründer des Ensembles Capriccio Stravagante, ist an der Spitze der heutigen Musiker des Renaissance- und Barockrepertoires anzusiedeln. Er wuchs in New Orleans auf und studierte Musik, Musikwissenschaft, Instrumentenkunde und Kunstgeschichte in den Vereinigten Staaten am Oberlin Conservatory und vervollkommnete seine Ausbildung in Europa bei Gustav Leonhardt in Amsterdam. Sein differenziertes Cembalospiel, sein musikalisches Können und seine interpretative Begabung wurden schnell von Reinhard Goebel und William Christie bemerkt, die ihn ermutigten, in Europa zu bleiben und seine eigene Pionierarbeit zu den gut und weniger bekannten Repertoires von 1500 bis 1750 weiter zu verfolgen.

Zu Capriccio Stravagante gehören das Kammermusikensemble, das Capriccio Stravagante Orchestra, das Capriccio Stravagante Renaissance Orchestra und die Capriccio Stravagante Opera. Diese verschiedenen Vokal- und Instrumentalformationen von Capriccio Stravagante vereinen die besten europäischen, amerikanischen und kanadischen Musiker. Von Anfang an erntete seine Verbindung von Lockerheit und Kraft, den charakteristischen Eigenschaften von Skip Sempé und den öffentlichen Konzerten von Capriccio Stravagante, bemerkenswertes Lob von Kritikern aus aller Welt.

Als Solist hat Sempé einen ganz eigenen Anschlag des Cembalos entwickelt und erreicht dank seines außerordentlich feinen Ohrs eine große Variationsbreite des Instrumentenklangs. Er konzertierte und nahm auf den berühmtesten Cembali der Welt auf, gebaut von Ruckers, Skowroneck, Kennedy und Sidey. Besonders bekannt wurde er mit seinen Interpretationen französischer Cembalisten, wie Chambonnieres, d’Anglebert, Forqueray, Louis und François Couperin und Rameau, mit seinem kühnen und bahnbrechenden Bach, mit Scarlatti sowie der frühen Musik für Tasteninstrument von Byrd und dessen Zeitgenossen. Solokonzerte von Seattle bis Tokio – einschließlich La Roque d’Antheron, Eröffnungskonzerte für das Cleveland Museum of Art und das Schloss von Versailles – sowie Meisterklassen beim Bachfest Leipzig, dem Berkeley Early Music Festival, der McGill University und der University of Montreal zogen eine besonders begeisterte Anhängerschaft an. Zu den letzten preisgekrönten Einspielungen gehört „Pavana – The Virgin Harpsichord“, mit Elisabethanischer Musik für ein, zwei und drei Cembali mit Olivier Fortin und Pierre Hantai.

Er arbeitet regelmäßig mit dem Centre de Musique Baroque de Versailles zusammen, im Rahmen von dessen Konzerten er auftritt. So trägt er zu der beispielhaften Arbeit der Wiederentdeckung und Verbreitung des französischen Cembalo- und Kammermusikrepertoires ber, die das Centre de Musique Baroque seit seiner Gründung leistet. Diese lange Zusammenarbeit bestätigt, wenn es denn nötig wäre, Skip Sempés Rang als einer der besten Interpreten der französischen Musik.

Skip Sempé gelingt die seltene Synthese von kompromisslosem musikalischem Moderator und gefeiertem Virtuosen. Er ist ein gefragter Künstler für Aufnahmen und folgte Gustav Leonhardt bei Deutsche Harmonia Mundi sowie Jordi Savall bei Astrée. Als Solocembalist oder als Basso-continuo-Spieler mit Capriccio Stravagante von unendlicher Feinheit sicherte Skip Sempé die Weiterführung der Tradition dieser Pioniere und gewaltigen Repertoires mit mehr als zwei Dutzend preisgekrönten Aufnahmen. Sie dokumentieren Skip Sempés Konzentration auf die strategische Planung des Repertoires, der Wahl der Künstler und des Programms sowie der Präsentation neuer und wichtiger Mitwirkender wie Julien Martin, Josh Cheatman, Olivier Fortin, Sophie Gent, Doron Sherwin, Guillemette Laurens, Judith van Wanroij, Philippe Jaroussky, Karina Gauvin, Maria Bayo, Jay Bernfeld, Mike Fentross, Manfredo Kraemer, Collegium Vocale Gent, Chanticleer, Les Voix Humaines, Studio de Musique Ancienne de Montreal, Helsinki Baroque Orchestra, B’Rock und die Akademie für Alte Musik.

In spezieller Hinsicht auf seine Technik der Einspielung selbst als auch auf die Postproduktion schrieb The New Grove, dass Sempé bestrebt sei, „die Spontaneität eines Live-Konzertes auf das Medium der Aufnahme zu übertragen“.

In der Saison 2006/07 war Skip Sempé Artist-in-Residence bei BOZAR Music in Brüssel mit der Möglichkeit von fünf Solokonzertauftritten mit Capriccio Stravagante, dem Capriccio Stravagante Renaissance Orchestra, dem Collegium Vocale Gent und B’Rock sowie von Meisterklassen und Vorträgen in der Reihe ,Artistic Witness‘ des Orpheus Instituut in Ghent.

Nach fünfzehn Jahren mit Preisen und Auszeichnungen in Zusammenarbeit mit drei bekannten Labels gründete Skip Sempé 2006 das Label Paradizo. Indem alle neuen Aufnahmen von Capriccio Stravagante und Skip Sempé bei diesem Label erscheinen werden, ist die Fortführung von Capriccio Stravagantes Tradition, wichtige neue Instrumental- und Vokalsolisten vorzustellen, gewährleistet.

Acht Titel mit einer Verbreitung in über 20 Ländern sind schon verfügbar: Paradizo – Consort Music & Airs for the Flute (PA0001), Telemann – Ouverture for Recorder / Fantasias / Concerto for Recorder & Viola da gamba (PA0002), Scarlatti – Duende, Harpsichord Sonatas (PA9003), La Pellegrina, Intermedii 1589 (PA0004), Marais & Sainte-Colombe: Pièces de Viole, Rameau: „La Pantomime“ – Pièces de Clavecin, „A French Collection“ und „Antico / Moderno“.

Bezüglich seiner Aufnahmetechnik sowohl bei der Produktion als auch bei der Postproduktion schrieb The New Grove, dass es Sempé gelinge, „die Spontaneität einer Live-Aufführung auf das aufgenommene Medium zu übertragen“. Mit der Gründung des Labels Paradizo fügt Skip Sempé seiner ständig wachsenden Liste von Tätigkeiten als Cembalist, musikalischer Direktor von Capriccio Stravagante, Gastdirigent, Coach, Lehrer und Vortragender die des Impresarios hinzu.

Unter anderem hat Skip Sempé für seine Aufnahmen Auszeichnungen wie den Choc de l’Année du Monde de la Musique, Diapason d’Or, Grand Prix du Disque de l’Academie du Disque Français, Gramophone Critic’s Choice, Preis der Deutschen Schallplattenkritik, Goldberg 5 Stars, Télérama ffff, Opéra International 4 croches, Stereo Review Best of the Month, Penguin Guide Yearbook Award, Top 10 Classics USA, Gramophone Editor’s Choice, 10 de Repertoire, 10 de Classica, und CD Classica Scelta d’Editore erhalten sowie eine Grammy Award Nominierung für die erste Aufnahme des Capriccio Stravagante Orchestra.

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