Michel Godard

Serpent

Michel Godard ist einer der virtuosesten Tuba- und Serpentspieler in der Jazzszene und in der Szene improvisierender Musik. Nach nur einem Jahr Tubaspiel – zuvor hatte er Trompete gespielt – wurde er mit 18 Jahren beim Philharmonischen Orchester von Radio France aufgenommen. Die Art, wie Godard die Tuba spielt, ist in vielerlei Hinsicht überaus bemerkenswert: Seine technischen Fähigkeiten sind atemberaubend, sein Ton ist warm und klar, seine Fähigkeit, Obertöne zu erzeugen (die so genannte multiphone Spielweise) und seine Musikalität überraschen den Zuhörer. Wie leicht kann dieses unhandliche und schwerfällige Instrument tönen!

Seit 1979 beschäftigt er sich auch mit dem Vorläufer der Tuba, dem Serpent, dessen Name die Instrumentenform beschreibt: eine sich ringelnde Schlange. Das hölzerne Mundstück garantiert den charakteristischen warmen und starken Ton. Mit diesem „zweiten“ Instrument machte Godard Fortschritte in der Erweiterung der Ausdrucksmöglichkeiten in der Gegenwartsmusik ebenso wie im Jazz. Im klassischen Bereich spielte Michel Godard seit 1988 mit dem Philharmonischen Orchester von Radio France, dem Nationalen Französischen Orchester, dem Ensemble Musique Vivante, dem Ensemble Jacques Moderne und jüngst mit den Alte-Musik-Ensembles La Venice und XVIII-21 Musique des Lumieres.

Er gibt internationale Meisterkurse und wurde vom europäischen Jazz und der Avantgarde entdeckt. Von 1989 bis 1991 war er Mitglied beim Französischen Nationalen Jazz-Orchester. Seither realisierte er viele Projekte in West- und Südeuropa, u. a. zusammen mit Michel Portal, Louis Sclavis, Michael Riessler, Horace Tapscott, Rabih Abou-Khalil, Sylvie Courvoisier, Klaus König, Simon, Linda Bsiri und vielen anderen mehr.

Auch als Komponist tritt Michel Godard in Erscheinung mit Aufträgen u. a. des französischen Rundfunks („Penthés(il)ée II“ 2000) und der Donaueschinger Musiktage/SWR („de mémoire de tuba“ 1999, „Tra la folla, mora, mormora“ 1998, „Praeludium“ 2001).

Michel Godard spielte schon viele CDs mit eigenen Projekten ein: „Achangelica“, „ImpertinAnce“, „Cousins Germains“, „Castel del Monte“, „Tubatuba“ für Enja, „Deep, trio rouge“ für Intuition … Weitere Kollegen, mit denen Michel Godard gespielt hat, sind Reggaestar Alpha Blondy und die Rockmusiker John Greaves und Pip Pyle von Canterbury. Er und der Cembalist Freddy Eichelberger arbeiten regelmäßig mit der kanadisch-französischen Schriftstellerin Nancy Huston zusammen.

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