Editorial

Mag. Caroline Berchotteau MAS

Es ist mir immer eine besondere Freude, Ihnen, liebes Publikum, nach monatelangen Überlegungen und Vorbereitungen das neue Programm des Barockfestivals St. Pölten vorzustellen! Ich lade Sie ein, zu dieser 9. Edition unter dem Motto „Neuland“ mit uns neue Ufer zu betreten und Grenzen zu sprengen! Ob alte oder neue Musik, ob alte Instrumente oder elektronische Welt: Sie werden staunen und berührt sein!

Die Eröffnung am 7. Juni feiern wir mit dem Ensemble Armonico Tributo unter der Leitung von Lorenz Duftschmid, das uns mit Matthias Loibner erstmals einen Drehleierspieler auf der Bühne beschert.
Isabel Ettenauer und Karlheinz Essl betreten Neuland mit ihrer Uraufführung der Bach’schen Goldberg-Variationen BWV 988 unter dem Titel Gold.Berg.Werk. Unter den zahlreichen Bearbeitungen nimmt diese hier eine Sonderstellung ein, da sie zum ersten Mal elektronische Klänge ins Spiel bringen.
Die Gruppe Oirialla spielt am 20. Juni traditionelle Musik aus der irischen Oriel-Region, die vor langer Zeit ein Königreich war: Tanzmusik nach alten Manuskripten.
Eine Hommage für Jean Philippe Rameau sollte im Rameau-Jahr 2014 natürlich nicht fehlen! Aber mal anders! Das Programm am 14. Juni, von das Ensemble I Pizzicanti und die armenische Geschwister Shant und Tamar Eskenian konzipiert, ist in Würdigung seiner Leidenschaft und Neugier für die Völker und Kulturen aus dem Orient erstanden.
Sehr gerne möchte ich Ihnen, liebes Publikum, noch ein ganz besondere Abend ans Herz legen: das Konzert am 13. Juni mit Jean-Luc Ho, einem jungen und sehr talentierten Organisten. Die Orgelwerke, die für dieses Rezital ausgewählt worden sind, ermöglichen einen erstaunlichen Blick auf die Kunst von Buxtehude und erinnern uns, dass er einer der brillantesten und fruchtbarsten Komponisten der 17. Jahrhunderts gewesen ist!
Dieses Jahr gibt es wieder eine erfreuliche Kooperation mit einem lokalen kulturellen Partner: Wir erwarten Sie am 8. Juni im Cinema Paradiso zum beliebten Barock-Brunch mit Frühstück, Konzert und Film.

Bei unserem Abschlusskonzert am 21. Juni lassen wir zwei musikalische Welten aufeinander treffen: Das Ensemble Phoenix Munich spielt unter der Leitung des amerikanischen Basssängers und Lautenisten Joel Frederiksen, das Requiem for a Pink Moon – an Elizabethan Tribute to Nick Drake, 2013 mit dem deutschen Preis Echo-Klassik in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“ ausgezeichnet. Ö1-Moderator Albert Hosp hat es so charakterisiert: „Jungverstorbener Song-Poet trifft auf Barock-erfahrene Bassstimme, oder: Die eigenwilligen Lieder von Nick Drake werden mit verwandten Songs aus dem 17. Jahrhundert kombiniert, verknüpft, ja vermischt. Das Ganze funktioniert nicht nur, ich vergieße sogar Tränen der Freude bei manchen Passagen“. Für Drake-Fans und Barockmusik-Hörer gleichermaßen erfreulich!

Bis bald!

Unterschrift Mag. Caroline Berchotteau MAS

Caroline Berchotteau
Künstlerische Leitung