Dominique Visse

2015–2016 schlüpft Dominique Visse unter der Leitung von René Jacobs wieder in die Rolle von Rigo in Don Chisciotte in Sierra Morena von Conti am Theater an der Wien, an der Cité de la Musique (Paris) und an der Philharmonie Köln.

Er nimmt auch die französisch-japanische Erstaufführung von Yumé am Théâtre Liberté in Toulon wieder auf. Natürlich tritt er weiterhin mit dem Ensemble Clément Janequin in Frankreich und im Ausland auf. Er tourt auch in Asien mit Stradivaria.

Mit elf Jahren wird er bei den Sängerknaben in Notre-Dame de Paris aufgenommen. Gleichzeitig startet er sein Studium in den Fächern Orgel und Flöte am Konservatorium in Versailles. Leidenschaftlich von mittelalterlicher und Renaissancemusik begeistert, lernt er 1976 den großen „Pionier“ der Kontratenor-Stimme, Alfred Deller, kennen und wird sein Schüler. Er arbeitet auch mit Nigel Rogers, René Jacobs und William Christie.

1978 gründet Dominique Visse das Ensemble Clément Janequin, mit dem er u. a. eine Serie von CDs rund um die französischen polyphonen Lieder der Renaissance aufnimmt (Harmonia Mundi), die seitdem eine absolute Referenz im Repertoire geworden sind. Im Jahr darauf wird er bei Les Arts Florissants als Sänger und Transkripteur aufgenommen.

Seit dieser Zeit ist Dominique Visse einer der gefragtesten lyrischen Künstler im Bereich Barockoper. Er kann auf zahlreiche Kooperationen zurückblicken, u. a. mit René Jacobs, Jean-Claude Malgoire, William Christie, Philippe Herreweghe, Ton Koopman, Alan Curtis, Nicholas McGegan, Christophe Rousset, Robert King, Ivor Bolton, Harry Bicket und Emmanuelle Haïm, in den Opernhäusern von Paris, Berlin, Köln, Amsterdam, Lausanne, Tel Aviv, Montpellier, Houston, Barcelona, München, Versailles, La Monnaie in Bruxelles, Théâtre du Châtelet und Théâtre des Champs-Élysées in Paris, Royal Opera House in London, in Japan und in den USA, und bei den Festivals in Glyndebourne, Aix-en-Provence, Innsbruck und Edinburgh.

Zu seinen bekanntesten Produktionen, in denen er auftrat, zählen La Calisto von Cavalli, Giulio Cesare (Nireno) und Agrippina, Il Paride von Bontempi mit Christina Pluhar, L’Incoronazione di Poppea oder noch David et Jonathas mit Les Arts Florissants beim Festival in Aix-en-Provence, in Edinburgh, an der Opéra comique in Paris, am Théâtre de Caen und an der Brooklyn Academy of Music.

Aber Dominique Visse ist nicht nur als Barocksänger gefragt. Er singt auch in Les Brigands von Offenbach, inszeniert von Jérôme Deschamps, und unter der Leitung von Charles Dutoit, er nimmt für Decca die Rolle der Marquise in Le Gendarme incompris von Poulenc auf. Er interpretiert Oreste in La Belle Hélène, inszeniert von Herbert Wernicke, beim Festival in Aix-en-Provence und in Salzburg.

Dominique Visse ist auch gefragt als Interpret zeitgenössischer Musik wie Outis von Luciano Berio an der Scala in Mailand, Perelà, l’homme de fumée von Pascal Dusapin an der Pariser Oper, La Frontière von Philippe Manoury an der Bouffes du Nord, La Dispute von Benoit Mernier an der Monnaie in Bruxelles und Mare Nostrum von Kagel in einer Produktion der Péniche Opéra und mit Jean-Claude Malgoire. Dominique Visse ist auch mit Jean-Claude Malgoire und dem Atelier Lyrique de Tourcoing in L’Anfiparnaso und Gianni Schicchi aufgetreten.

Dominique Visse hat über 100 CDs aufgenommen, vor allem für Harmonia Mundi. Unter den jüngsten sind L’Écrit du Cri mit dem Ensemble Clément Janequin, Parole e Querele d’Amore mit Agnès Mellon und ihrem Ensemble Barcarole für das Label Zig Zag, eine Aufnahme rund um Dowland, Tunes of Sad Despair mit dem berühmten Viola-Consort Fretwork und dem Lautenist Éric Bellocq, für Satirino records, Au Sainct Nau bei Alpha oder noch, auf DVD, David et Jonathas in der Produktion von Aix-en-Provence mit Les Arts Florissants zu nennen.

Für seine letzte Aufnahme „1515, œuvres sacrées de Jean Mouton, maître de chapelle de François 1er“ bekam er den Orphée d’Or 2015, den Preis für die beste sakrale Musikaufnahme des Jahres.

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